Der Körper des Hundes

Hundekörper

Der Körper des Hundes

Die einzelnen Körperteile des Hundes sind je nach Rasse verschieden proportioniert.

Die Grundkonstruktion bleibt jedoch immer gleich.

Der Widerrist ist der höchste Punkt der Schulter.
Hier wird die Größe des Hundes gemessen.
Ein langer und gut ausgebildeter Widerrist, wie beim Windhund läßt auf eine schnelle Gangart schließen.

Die Oberlinie wird aus dem Rücken oder Rist und der Lende gebildet.
Manchmal ist sie gewölbt (Windhund), sie darf aber auf keinen Fall hohl sein.

Die Kruppe ist entweder waagrecht und rund (Bracke, Spaniel) oder abfallend (Windhund, Collie), oder sie steigt bis zur Lendengegend an und fällt zum Schwanz hin stark ab (Bulldoge).

Eine gut entwickelte Brust soll je nach Rasse breit oder hoch und tief sein.

Der Bauch soll wenig ausgeprägt und die Flanken weder zu aufgetrieben noch zu schmal sein.
An der Unterseite des Bauchs ist das Gesäuge, das beim Rüden nur aus zwei Reihen Brustwarzen besteht.

Bei der Hündin sind noch die Milchdrüsen ausgebildet.
Beim Rüden sind die Geschlechtsteile vom Vorhautsack geschützt.
Seitlich an den Rändern des Anus liegen zwei Drüsen, die ein Sekret absondern.
Es dient zur Markierung des Territoriums und zur Wiedererkennung, wenn Hunde sich gegenseitig beschnuppern.

Gliederung

Auf der Basis der morphologischen Besonderheiten des Hundes sind verschiedene Gliederungen entstanden:

Hunde mittlerer Größe (Spaniels) werden als eumetrisch, sehr große (Deutsche Dogge) als hypermetrisch bezeichnet.

Entsprechend nennt man kleinwüchsige Hunde elliptometrisch.

Ein Hund, bei dem die Widerristhöhe der Länge des Körpers entspricht, gilt als mittelwüchsig.

Ist die Widerristhöhe eindeutig größer als die Körperlänge, wird der Hund als langwüchsig bezeichnet.
Bei dieser Körperform sind die Schultern oft nicht sehr breit (Windhunde).

Umgekehrt nennt man einen Hund kurzwüchsig, wenn er etwa wie die französische Bulldogge gedrungen und untersetzt ist.

Bei den geradlinigen Rassen wie Settern, Braeken oder Spaniels verlaufen die Linien von Stirn und Angesichtsschädel parallel, und der Stop oder Stirnabsatz ist wenig ausgeprägt.
Der Angesichtsschädel wird gewöhnlich als Nasenrücken bezeichnet, der Stop ist der Knick zwischen Stirn und Nasenrücken.

Die gewölbtlinigen Rassen (Windhunde, Bull Terrier, Bedlington Terrier) haben keinen Stop.

Die Stirn ist abgerundet und der Nasenrücken in der Verlängerung nach unten gebogen.

Die hohllinigen Rassen wie die Bulldoggen haben einen sehr ausgeprägten Stop, der gelegentlich zu Atembeschwerden führt.

Das Gesicht ist verkürzt und nach oben gebogen, die Schädelform rund.

Der Kopf

Der Kopf besteht aus einer Hirnschädel- Stirnpartie, deren Knochenkamm mehr oder weniger deutlich sichtbar ist.
Der Angesichtsschädel (Nasenrücken) setzt sich von der Hirnschädel-Stirnpartie mit dem Stop ab.

Er beherbergt die Nasenhöhlen und endet am Nasenspiegel (auch Nasenschwamm, Nascnknorpel oder Trüffel genannt).
Farblosigkeit des Nasenspiegels oder Leuzismus ist ein Schönheitsfehler und ein Zeichen von Degeneration.

Der Fang ist der gesamte Schnauzenteil mit Lefzen und Mundhöhle.

Die Lefzen oder Lippen sind je nach Rasse verschieden geformt, zum Beispiel überhängend oder anliegend, und bilden den Lippen- oder Maulwinkel, auch Mundfalte genannt.

Der Gaumen, der rosa oder marmoriert wie die Zunge sein kann, ist bei Hunden mit dunklem Fell oder mit dunkler Maske pigmentiert (Maske nennt man die abstechende Färbung des Angesichtsschädelhaars und der Lefzen).
Die Zunge kann auch ganz pigmentiert sein (Chow-Chow).

Die Wolfsartigen Hunderassen

Die Wolfsartigen sind durch einen pyramidenförmigen, kaum gewölbten Kopf mit aufgestellten Ohren, einem länglichen Angesichtsschädcl und einem Fang mit schmalen, aufeinanderliegendcn Lefzen gekennzeichnet.

Diese Hunde, unter anderem der Keeshond, der Chow-Chow und der Spitz – sind eumetrisch, geradlinig und kurzwüchsig.

Der Deutsche Schäferhund, der auch zu dieser Familie gehört, stellt jedoch nicht diesen Typus dar.
Aufgrund zahlreicher Merkmale ist er dem Wolf weniger ähnlich als die vorgenannten Hunde.

Die Brackenartigen  Hunderassen

Die Brackenartigen, deren Fang an der Spitze und an der Basis gleich breit ist, haben einen prismenförmigen Kopf.
Der Stop ist gut ausgeprägt, die Ohren hängen, und die Lefzen sind lang und dick, wobei die obere Lefze den Unterkiefer überragt.

Diese Tiere sind eumetrisch, gewölbtlinig und mittelwüchsig.

Eine elliptometrische Variante stellen die Bassets (Artesiens-Normands oder Bleus de Gascogne) dar.

Die Brackenartigen sind wiederum in zwei Arten unterteilt:

  • in Laufhunde (Sankt- Hubertus-Hunde oder Bloodhounds, Saintongeois, Poitevins, Briquets, Harrier und Beagle)
  • Vorstehhunde (Bracken, Pointer, aber auch Spaniels, Cockers oder Setter).

Die Molosserartigen  Hunderassen

Die Molosserartigen haben aufgrund ihres verkürzten Stops einen massigen, runden Kopf.
Der Fang ist kurz, die Lefzen sind wulstig und lang und die Ohren klein.

Bei diesen Hunden sind alle Größen vom Riesen- bis zum Zwergwuchs vertreten:

Sie sind hypermetrisch (Bernhardiner), eumetrisch (Boxer), elliptometrisch (Französische Bulldogge) und sogar superelliptometrisch (Mops).

Alle sind jedoch hohllinig und kurzwüchsig.

Zu dieser Familie gehören unter anderem der Pyrenäenberghund, der Briard, verschiedene Doggen, der Dobermann und der Schnauzer.

Die  Greyhoundartigen Hunderassen

Die Greyhoundartigen, deren länglich-kegelförmiger Kopf kleine, nach hinten gelegte oder aufgestellte Ohren trägt, haben keinen Stop.

Die Nase ist vorstehend und spitz, die Lefzen sind schmal und kurz.
Die Glieder sind fein, und der Bauch ist deutlich aufgezogen.

Diese Hunde sind geradlinig oder geringfügig gewölbtlinig, immer langwüchsig, manchmal hypermetrisch.

Zu dieser Familie gehören die Windhunde, die auch eumetrisch wie der Sloughi oder elliptometrisch wie das Italienische Windspiel sein können, sowie Collies und Shelties.

Die Rute

Rutenstellung Hund 2Die Rute, wie der Schwanz des Hundes genannt wird, unterstreicht die Eleganz des Körpers, wenn sie richtig getragen wird. Vorstehhunde tragen die Rute gerade und waagrecht, bei Laufhunden ist sie nach hinten erhoben.

Doggen und Windhunde tragen sie hängend.

Die Art, die Rute zu tragen, verrät auch den Gemütszustand des Hundes.

Rutenstellung HundHoch aufgestellt drückt sie Freude, aber auch Imponiergehabe aus.

Eine zwischen die Beine ein- gezogene Rute ist ein Zeichen, daß der Hund Angst hat.

Der Schwanz spielt jedoch vor allem bei der Fortbewegung eine wichtige Rolle.

schräg gebogene Rute

schräg gebogene Rute

In Verbindung mit dem Hals stellt er ein Pendel dar, das den Körper des Hundes im Gleichgewicht hält, insbesondere bei großer Geschwindigkeit und beim Springen.

Je nach Rasse ist die Rute verschieden lang, hat aber immer 20-23 Schwanzwirbel, die über das Kreuzbein mit der Wirbelsäule verbunden sind.

Säbelrute mit Fahne

Säbelrute mit Fahne

Die Haltung der Rute wird vom Spiel verschiedener Muskeln bestimmt.

Wenn ihr Tonus fehlerhaft ist, weicht die Stellung in der einen oder anderen Richtung, nach oben oder unten, vom Rassestandard ab.

Es gibt auch schwanzlose Hunde, das heißt solche, die wie Bobtails oder Schipperkes ohne Schwanz geboren werden. Ultrakurzwüchsige Hunde wie die Französische Bulldogge haben einen entsprechend kurzen Schwanz.

Wenn die Rute hoch und gerade über der Kruppe angebracht ist, wird sie in der Fachsprache als kerzenförmig bezeichnet.
Von einer zu fröhlichen Rute spricht man, wenn sie zu hoch getragen wird, und von einer gebrochenen Rute, wenn sie unnormale Knicke aufweist.
Sie wird krumm genannt, wenn der Knick zur Seite geht, und hakenförmig, wenn sie vor der Spitze geknickt ist.

Glieder

Die Glieder sollten parallel ausgerichtet sein, das heißt, bei den Vordergliedmaßen sollten der Abstand zwischen den Schultergelenken und der zwischen den Ellbogengelenken gleich sein wie auch bei den Hintergliedmaßen der Abstand zwischen den Hinterbacken und der zwischen den Sprunggelenken.

Haltungsfehler sind unschön und stellen eine funktionelle Störung dar.

Wenn die Ellbogen nach innen gedreht sind und die Vorderläufe unten auseinanderlaufen, spricht man von der X-Bein-Stellung.
Wenn die Ellbogen oder die Knöchel nach außen gedreht sind und die Vorderläufe unten zusammenlaufen, ist der Hund O-beinig.

Da solche Fehler von jedem Gelenk ausgehen können, kann der Hund X- oder O-beinig im Oberarm oder im Unterarm sein.

Andere Stellungsfehler betreffen den Abstand zwischen den Hintergliedmaßen.

Die Glieder sollten parallel ausgerichtet sein, das heißt, bei den Vordergliedmaßen sollten der Abstand zwischen den Schultergelenken und der zwischen den Ellbogengelenken gleich sein wie auch bei den Hintergliedmaßen der Abstand zwischen den Hinterbacken und der zwischen den Sprunggelenken.

Wenn eine Linie, die von der Hinterbacke senkrecht nach unten gezogen wird, hinter den Gliedmaßen endet, sagt man, der Hund schiebt unter.

Umgekehrt bezeichnet man die Stellung als zu eng oder steil, wenn die Gliedmaßen unter den Körper gezogen sind.

Bei einem gut gewachsenen Hund liegt die Ellbogenspitze in gleicher Höhe wie die untere Oberschenkelpartie.
So ist die Wirbelsäule normal belastet, und die verschiedenen Gangarten können mühelos ausgeführt werden.

Die Pfoten

Der Vorderfuß, auch Hand genannt, hat fünf Zehen, die Hinterhand vier.

Die Pfoten können wie beim Fox Terrier eine abgerundete Form haben.
Die sogenannte Katzenpfote, eine runde (Schnauzer), eine ovale (Pyrenäenschäferhunde) oder eine längliche (Windhunde)
Diese nennt man Hasenpfoten.
Das Alter des Hundes

Unterschiede und Gemeinsamkeiten des großen Hundes und des kleinen Hundes

Das Kriterium der Größe des Hundes ist nicht der einzige, der bei den anatomischen Unterschieden zwischen den Rassen berücksichtigt wird.
Die Art des Hundes ist entscheidender.
Tatsächlich gibt es große Skelett– und Muskelabweichungen zwischen einem Basset, einem Molossoid oder einem Greyhound.
Diese Unterschiede sind das Ergebnis einer anatomischen Spezialisierung, die während der Domestikation dieser Art von Hunden entstanden ist.

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