Übergewicht

Übergewichtiger Labrador

Übergewicht bei Hunden

Adipositas(starkes oder krankhaftes Übergewicht) bei Hunden ist eine ernst zunehmende Krankheit.
Übergewicht kann so weit gehen, daß die normalen Körperfunktionen beeinträchtigt werden.
Krankheiten können durch Übergewicht ausgelöst oder verschlimmert werden.

Da unsere Hunde in ihrer Ernährung völlig von uns abhängig sind, brauchte Übergewicht eigentlich nie aufzutreten.

Warum ist Übergewicht für Hunde schädlich?

Viele Krankheiten treten nur auf, weil der Hund fettleibig ist.

Tierarzt und übergewichtiger Hund

Tierärztin und übergewichtiger Hund

Wird das normale Körpergewicht wieder erreicht, gewinnen die Organe auch wieder ihre normale Funktion zurück.
Wenn ein Hund Übergewicht mit sich herum trägt, löst dies eine zusätzliche Belastung aller Körperfunktionen aus, erfordert zusätzliche Arbeitsleistung, insbesondere für das Herz und Atemsystem und für das Skelett (vorwiegend Läufe)

Fettanlagerung in und um die Organe schädigt ihre Funktionen.

  • Das zusätzliche Gewicht, das Übergewicht mitbringt, ist eine der Hauptursachen für Arthritis.
  • Fettablagerungen auf der Leber beeinträchtigen die Funktion der Leberzellen.
  • Übergewicht um den Kehlkopf verschmälert die Öffnung, verursacht, dass umliegendes Gewebe wie das Gaumensegel abkippen.
    Hieraus entstehen Schnarchen, Atemnot und möglicherweise Ohnmacht.
  • Fett rund um den Blasenhals und entlang des Harnleiters vergrößert die Gefahr von Inkontinenz.
    Gewicht und Volumen des im Bauch abgelagerten Fettes eines übergewichtigen Hundes üben beim Liegen soviel Druck auf die Blase aus, daß dadurch Ham freigesetzt wird.
  • Fett bildet eine außerordentlich gute Isolationsschicht.
    Übergeichtige Hunde überhitzen leicht.
    Dies ist an einem heißen Sommertag besonders schädlich, aber auch zu anderen Zeiten kann ein überanstrengter Hund einen gefährlichen Hitzschlag erleiden.

Nachstehend die wichtigsten Probleme, ausgelöst durch Übergewicht:

• Orthopädische Probleme (beispielsweise Arthritis)
• Bewegungsträgheit
• Durch Blutstau ausgelöstes Herzversagen
• Atemschwierigkeiten
• Eingeschränkte Leberfunktionen
• Diabetes Mellitus
• Schlechte Verdauung (beispielsweise Verstopfung oder Blähungen)
• Vergrößertes Operations- und Narkoserisiko
• Verringerte Widerstandskraft gegen Krankheiten
• Hitzeanfälligkeit
• Hauterkrankungen
• Vorzeitiges oder beschleunigtes Altern
• Verminderte Lebenserwartung

Krank durch Übergewicht

Krank durch Übergewicht

Ein zusätzliches Gesundheitsrisiko entsteht durch die Behandlung vieler dieser Krankheiten mit Medikamenten, während Gewichtsverlust von sich aus die Symptome heilen oder zumindest verbessern wird.
Viele Medikamente zur Behandlung von Arthritis können beispielsweise die der Krankheit vorausgehende Fehlfunktionen von Leber oder Nieren verschlimmern.

Was ist beim Hund Übergewicht?

Eine Faustregel besagt, man sollte immer die Rippen des Hundes abtasten.

Tierarzt tastet übergewichtigen Hund ab

die Rippen sollten spürbar sein

Ein schlanker Hund in guter Kondition ist immer ein Hund, dessen Rippen man leicht fühlen kann, indem man mit der Hand über den Brustkorb streichelt.
Mußt Du dabei Druck ausüben, um die einzelne Rippe zu ertasten, ist Dein Hund wahrscheinlich übergewichtig.
Kannst Du aber die einzelnen Rippen überhaupt nicht mehr ertasten, liegt bereits gefährliches Übergewicht vor.
Bei einigen Hunden lagert sich Fett manchmal an anderen Stellen an als über den Rippen, dementsprechend sollte man Fettablagerungen auch an anderen Körperteilen prüfen.
Dies gilt besonders unter und an der Muskulatur im hinteren Rückenbereich und am Bauch.

Wichtig sind hier die in den Rassestandards festgeschriebenen Gewichtsangaben für einzelne Hunderassen.
Es gibt auch in vielen Tierarztpraxen Tabellen, die das erwünschte Gewicht der einzelnen Hunderassen zeigen.
Man sollte sich aber darüber im klaren sein, daß Hunde manchmal durchaus im unteren Bereich des Gewichtslimits stehen können und dennoch zu fett sind.
Alle Hunde sind Individuen, und der einzig sichere Weg, Dickleibigkeit festzustellen, ist die Prüfung des Hundekörpers.

Hundebesitzer sollten wenn irgend möglich ihren Hund regelmäßig wiegen.

Hund beim wiegen

wiegen ist wichtig

Wiegen ist wichtig, um Übergewicht rechtzeitig zu erkennen.
Um einen kleinen oder mittelgroßen Hund zu Hause zu wiegen, stellt sich der Hundebesitzer erst selbst auf die Personenwaage. Danach nimmt er den Hund auf den Arm, und wiegt sich und seinen Hund. Die Differenz der zwei Zahlen zeigt das Hundegewicht. In vielen Tierarztpraxen findet man gute Waagen.
Dies ist besonders für große und schwere Hunde die beste Möglichkeit zur Gewichtsfeststellung.

Ursachen für Übergewicht beim Hund

Die Ursache für das Übergewicht eines Hundes ist eigentlich ganz einfach.
Jeder Hund braucht eine individuelle Menge an Kalorien um seinen Energiebedarf zu decken.
Der Energiebedarf hängt vom Stoffwechsel und dem Aktivitätslevel ab.
Nimmt ein Hund mehr Kalorien zu sich als er verbraucht, nimmt er zu.
Lang bis mittelfristig entsteht das Übergewicht.

Risikofaktoren für Übergewicht

Das Alter

Ältere Hunde haben eine niedrigere Stoffwechselrate.
Sie liegt etwa 20 Prozent unter der eines jungen Hundes.

Kastration

Kastration beim Hund

Kastration beim Hund

Kastrierte Rüden und Hündinnen haben meist eine niedrigere Stoffwechselrate.
Das bedeutet, daß sie nach der Kastration etwa 20 bis 25 Prozent weniger Futter brauchen.
Die Behauptung, das Kastrieren fett macht stimmt nicht.
Die einzige Art, wie ein Hund fett werden kann, ist die Aufnahme von mehr Kalorien als er wirklich braucht.

Hormonstörungen

Einige Hormonstörungen, beispielsweise Unterfunktion der Schilddrüse oder das Cushing Syndrom können Fettleibigkeit auslösen.

Wie dein Hund richtig abnimmt

Damit dein Hund abnehmen kann muß er eine negative Energiebilanz haben.
Er muss weniger Kalorien zu sich nehmen als er benötigt um sein Gewicht zu halten.

Eine negative Energiebilanz kann man erreichen:

  • in dem der Hund weniger Futter bekommt
  • in dem sich der Hund bei gleicher Futtermenge mehr bewegt.
  • Der Königsweg – der Hund bekommt weniger Futter und bewegt sich mehr.

Setze ein Ziel, dass dein Hund erreichen muss

Bestimme das Idealgewicht Deines Hundes und die einzelne Etappen und den Zeitpunkt bis wann er das Gewicht erreicht haben sollen.

Bestimme die Futtermenge

Bulldogge mit Diätfutter

Bulldogge mit richtiger Futtermenge

Stelle fest, wie viele Kalorien bei welchem Aktivitätslevel dein Hund zu sich nehmen darf.
Wenn Dein Hund die ausgearbeitete korrekte Futtermenge erhält, erscheint ihm sicherlich seine Futterschüssel recht leer.
Wenn man anstelle einiger Hundekuchen voluminöses, kalorienarmes Futter gibt wie Kleie oder Gemüse, wird sich der Hund besser fühlen.
Weich gekochter weißer oder brauner Reis ist gegenüber Hundekuchen eine interessante kalorienarme Alternative.
Alternativ kannst Du auch eine industriell hergestellte Diätnahrung füttern.
Das erlaubt dem Hund, größere Mengen zu fressen, trotzdem nimmt er weniger Kalorien auf.

Erstelle ein Bewegungsprogramm

Hund beim spielen

auch beim spielen kann man abnehmen

Dein Hund braucht mehr Bewegung als bisher.
Erstelle Ihm ein Bewegungsprogramm das ihr täglich absolviert.
Das Bewegungsprogramm sollte dem Allgemeinzustand deines Hundes angepasst sein.
Startet langsam und erhöht langsam den Aktivitätslevel.

Bewegung ist aber kein Ersatz für eine Futterreduzierung.
Es bedarf einer überraschend großen körperlichen Belastung, um nur wenige Kalorien zu verbrennen.
Zuviel Bewegung kann für einen fettleibigen Hund gefährlich sein, deshalb sollte man anfänglich nie übertreiben.
Wenn erst Gewichtsverlust eintritt, wird der Hund viel lebhafter, wird auch sein Bewegungsablauf kräftiger, so dass sich der Gewichtsverlust bebeschleunigt.

Leckerbissen und Belohnungen zwischendurch sind verboten

Ein kleiner Leckerbissen oder eine Belohnung zwischendurch mag unbedeutend erscheinen.
Nur 50 Kalorien täglich können den Unterschied bestimmen, ob dein Hund erfolgreich abnimmt.

Kommt Ihr gar nicht ohne die kleinen Leckerbissen zurecht, so probiert kleine Karottenstückchen oder kleine Stücke Apfel.

Wiege deinen Hund regelmäßig

dicker Chihuahua beim wiegen

dicker Chihuahua beim wiegen

Nur wenn du den Hund regelmäßig wiegst (mindestens einmal in der Woche) kannst du feststellen ob dein Hund abnimmt.
Halte das Wiegedatum und das jeweilige Gewicht schriftlich fest.
Wenn der Hund zwischen zwei Wiegeterminen nicht abnimmt, musst du die Futterration entweder kürzen oder den Aktivitätslevel erhöhen bis der Hund abnimmt.

Ein langsamer und gleichmäßiger Gewichtsverlust führt eher zu wachsender, dauerhafter Fitness als plötzlicher, dramatischer Gewichtsverlust.

Beziehe deine Familie mit in das Diätprogramm deines Hundes mit ein.

Viele Diäten wurden bereits torpediert, weil die Hunde Leckerbissen von ihrem Umfeld zugesteckt bekommen.
Achte darauf, dass wer immer mit Deinem Hund Kontakt hält, weiß, dass derartige Freundlichkeit letztendlich den Hund umbringt, dass Diät ein positiver und notwendiger Schritt ist, damit er seine Gesundheit wiedergewinnt.

Hast Du diese Richtlinien erst einmal über einige Wochen durchgehalten, kannst Du Dir gratulieren.
Du hast einen völlig neuen Hund – fit, aktiv, gesund und glücklich.

Vorbeugen ist nicht nur viel besser als abnehmen – es fällt viel leichter.

Wenn Du einige wenige Regeln befolgst, wirst Du Deinen Hund schlank erhalten.

2) Kastration vermindert den Energiebedarf des Hundes.
Nach der Kastration ist sorgfältige Kontrolle erforderlich, muß die gewöhnliche Futtermenge um 25 Prozent gekürzt werden.

3) Das Alter mindert den Energiebedarf um etwa 20 – 25 Prozent, entsprechend muß die Futtermenge beim alternden Hund verkleinert werden.

4) Vermeide das Verabreichen von Leckerbissen.
Hat sich ein Hund daran gewöhnt, fällt es besonders schwer, dass Du selbst diese Gewohnheit aufgibst.
Mach Dich nicht zum Narren, behaupte nicht, Du könntest das nicht ändern.
Wenn Du ihm nichts gibst, wird er durchaus auch ohne zurechtkommen.

5) Wiege Deinen Hund regelmäßig. Wenn Du den Gewichtszuwachs früh erkennst, lässt er sich leicht korrigieren.

6) Täusche Dich nicht – ein fetter Hund ist nie ein glücklicher Hund!
Für einen Augenblick der Freude durch einen Leckerbissen, der ihm nicht ein- mal besonders schmeckt, zahlt der Hund später mit Lethargie, Schmerzen der Arthritis, Atemlosigkeit, Herzproblemen. Atemschwierigkeiten.
Alles Folgen von Übergewicht.

Zusammenfassung
• Übergewicht ist eine ernsthafte Störung, von der besonders ältere Hunde bedroht sind.
• Der einzige echte Grund für Übergewicht. Wir füttern dem Hund mehr als er braucht.
• Diäthalten ist keine Grausamkeit! Zumindest verlängert sie das Hundeleben, bestenfalls schenkt sie ihm neue Jugend, befreit ihn von vielem Leiden.
• Vorbeugen ist leichter als Heilen. Beachte den abfallenden Energiebedarf des alternden Hundes, passe seine Nahrung entsprechend an.

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