Sozialisierung

Welpe mit Küken

Sozialisierung eines Hundewelpen

Inhaltsverzeichnis

Es klingt überraschend, aber jeder Hund, der in einer Familie lebt, muss individuell »domestiziert« werden.

sozialisierter Welpe mit BabyUnsere Haustiere stammen vom Wolf ab, und obwohl sie sich von ihren wilden Vettern sehr unterscheiden, haben sie doch auch vieles mit ihnen gemeinsam.

Die Forschung hat gezeigt, dass Welpen, die bis zum Ende der sensiblen Phase keinen Kontakt zu Menschen hatten, das Verhalten wilder Hunde entwickeln.

Nie werden diese Tiere einem Menschen trauen, sich an seiner Gesellschaft erfreuen oder den Gehorsam, der das Zusammenleben mit ihnen so einfach macht, lernen.

Video: Welpentraining Sozialisierung

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Ebenso zeigen Hunde, die in dieser Phase nicht mit anderen Hunden zusammengekommen sind, für den Rest ihres Lebens Angst und Feindseligkeit gegenüber ihrer eigenen Art.

Wenn man einen Welpen von der Außenwelt, anderen Hunden oder Menschen abschottet, bis er älter als zwölf Wochen ist, dann ist das, wie wir heute wissen, als würde man ein Kind bis zu seinem siebten oder achten Lebensjahr in völliger Isolation halten.

Was bedeutet Sozialisierung?

eine Frau zeigt ihrem Welpen die Stadt

Sozialisierung ist wichtig

In den letzten Jahren wurde der Begriff Sozialisierung in der Hundewelt zu einem Schlagwort.

Es bedeutet, mit Menschen, anderen Hunden und Haustieren interagieren zu lernen.

Sozialisierung meint, eine Sprache zu lernen und in dieser Sprache mit anderen kommunizieren zu können, anstatt sie zu ignorieren bzw. aggressiv oder defensiv zu reagieren.

Ein gut sozialisierter Welpe versteht Körpersprache und Gesichtsausdruck von Menschen und anderen Hunden schnell und problemlos und kann entsprechend antworten.

Zum Beispiel misstrauisch sein und Abstand halten oder sich zwecks einer Kontaktaufnahme nähern.

Eine gute Sozialisierung gibt dem Welpen viele Möglichkeiten.

Falls eine Kommunikationsstrategie nicht funktioniert, kann er etwas anderes ausprobieren.
In gleicherweise wird der Welpe, wenn er etwas falsch macht oder einem Tier begegnet, das keine sozialen Fähigkeiten hat, mit der Situation fertig und trifft Entscheidungen, die einen Konflikt vermeiden.

Resozialisierung nach der sensiblen Phase

Welpen und KatzenkinderWelpen erlernen die Kommunikation mit anderen Lebewesen während einer sehr kurzen Phase ihrer Entwicklung.

Sie wird als »sensible Phase« bezeichnet und dauert von der fünften bis zur zwölften Lebenswoche.

Obwohl die Welpen auch danach weiter lernen, beruht ihre gesamte Grundhaltung auf den Erfahrungen und Lernmustern aus dieser Zeit.
Es gibt Einzeltiere, die während der sensiblen Phase nicht ausreichend sozialisiert wurden und sich später dennoch zu guten Haustieren entwickeln.

Welpen, die in einem Zwinger oder Verschlag aufgezogen werden, begegnen vielleicht nur ein oder zwei Menschen.
Mit acht Wochen werden sie dann plötzlich in ihr neues Heim verfrachtet und müssen sich rasch an ihre neue Umgebung und den Kontakt zu Menschen gewöhnen, wenn sie als Haushunde zurechtkommen wollen.

Glücklicherweise erholen sich solche Welpen oft.

Welpe spielt mit KatzenkindEine sorgfältige und kontrollierte Wiedereingliederung kann das Versäumte ausgleichen.

Ob sie aber jemals als vertrauensvolle, kontaktfreudige und selbstbewusste Individuen ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen werden, ist mehr als fraglich.

Am besten ist es, den Welpen bei einem Züchter zu kaufen, der die Bedeutung einer frühen Sozialisierung kennt.
Suchen Sie andernfalls Hilfe bei einem Experten, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Welpe anfangs etwas versäumt hat.

Die Sozialisierung deines Welpen

Welpe Katze und KindDamit dein Welpe in der sensiblen Phase gut sozialisiert wird, sorge vor allem dafür, dass er vor die Tür kommt und die Welt kennen lernt!

Wie wir inzwischen wissen, müssen Welpen unbedingt mit möglichst vielen verschiedenen Menschen und Hunden Zusammenkommen, um problemlos mit ihnen kommunizieren und ihre Körpersprache verstehen zu können.

Für einen Welpen erscheinen, riechen und klingen alle Leute sehr unterschiedlich.
Ohne soziale Erfahrungen reagiert er vielleicht völlig gelassen auf Sie und Ihre Familie, verwandelt sich aber bei der Begegnung mit einem Fremden plötzlich in ein zitterndes Häuflein Elend.

Die menschliche Körpersprache verstehen

Welpen brauchen Zeit, um die Körpersprache und den Gesichtsausdruck des Menschen richtig interpretieren zu können.

Menschen zeigen oft beim Lächeln die Zähne.

In der Hundesprache ist das sehr bedrohlich.

Entblößte Zähne bedeuten, dass ein Hund jemanden aggressiv auf Abstand hält, er wird angreifen, falls dieser sich nicht entfernt.

Ein Welpe muss erst lernen, dass Menschen ihre Zähne aus genau entgegengesetzten Gründen zeigen.

Auch strecken viele Leute sofort ihre Hand aus und tätscheln den Kopf eines Welpen.

Aus seiner Sicht sind das ausgesprochen schlechte Manieren!
Eine Pfote auf dem Kopf bedeutet, dass ein anderer Hund versucht, den Welpen zu unterdrücken, und dies wird als höchst bedrohlich empfunden.
Ohne die häufige Wiederholung solcher Begegnungen haben Welpen nicht die Möglichkeit herauszufinden, dass sie in der Gegenwart von Menschen nichts zu befürchten haben.

Menschen und Haustiere erkennen

Menschen verschiedener HerkunftWelpen sehen die Welt mit völlig anderen Augen als Menschen.

Jemand, der dasitzt und ein Buch liest, sieht anders aus als einer, der den Kopf in die Hände stützt.

Kannst du dir vorstellen, welchen Eindruck Brillenträger auf einen Welpen machen oder Leute mit einem Hut oder einem Sturzhelm auf dem Kopf?

Welpen müssen mit dieser Art visueller Erfahrung konfrontiert werden, damit sie begreifen, dass sie bei Menschen in Sicherheit sind, ganz gleich, wie diese aussehen.

Ebenso müssen Welpen erst lernen, dass alle Hunde Hunde sind.

Das ist nicht selbstverständlich, weil ein Welpe aus einem reinrassigen Wurf meist nur Hunden begegnet ist, die so aussehen wie er selbst.
Stellen Sie sich seine Überraschung vor, wenn er zum ersten Mal auf einen Hund trifft, der ganz anders aussieht als seine Mutter oder seine Wurfgeschwister.
Ein deutscher Schäferhund muss vermutlich zunächst sehr, sehr vielen Bernhardinern, ungarischen Pulis und vor allem Chihuahuas begegnen, bevor er davon überzeugt ist, dass sie wirklich wie er selbst Hunde sind.

Damit Ihr Welpe mit anderen Leuten, Hunden und Haustieren vertraut wird, sollte er möglichst viele

  • Erwachsene unterschiedlichen Alters
  • Kinder unterschiedlichen Alters
  • Angehörige verschiedener Nationalitäten
  • Leute mit unterschiedlicher Kleidung,
  • Männer mit Bärten
  • Hunde unterschiedlicher Altersgruppen und Rassen
  • Haustiere wie Katzen, Pferde oder Kaninchen kennen lernen.
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Bekanntschaft mit anderen Tieren machen

Der erste Eindruck ist entscheidend.

Welpe und alter HundSobald der Welpe Ihre Wohnung betritt, lernt er seine neue Umwelt kennen.

Wenn die ersten fünf Minuten erfüllt sind von kreischenden Kindern, dem Schnüffeln eines ausgewachsenen Hundes und dem drohenden Zischen einer Katze, macht das auf den Welpen natürlich keinen besonders guten Eindruck.

Holen Sie den Welpen möglichst früh am Tag.

Dann kann er sich eingewöhnen, bevor es Zeit zum Schlafen ist.
Machen Sie ihn kurz und unter Aufsicht mit den anderen Familienmitgliedern und Haustieren bekannt.

Video: Abenteuer Zweithund – 10 Erfahrungswerte

Wie der alte Hund den Welpen kennen lernen sollte

Ältere Hunde sollten einen neuen Welpen am besten auf neutralem Gebiet kennen lernen.
Beim Züchter (falls sich Ihren schon vorhandenen Hund dorthin mitnehmen können) oder draußen auf dem Hof.

Halten Sie Ihren großen Hund an der Leine, aber lassen Sie ihn den Welpen beschnuppern.

Ausgewachsene Hunde verhalten sich kleinen Artgenossen gegenüber meist äußerst freundlich.
Wenn Sie sich dessen nicht sicher sind, seien Sie bei diesen ersten Begegnungen auf der Hut.
Nach der Begrüßung fuhren Sie zuerst den ausgewachsenen Hund in die Wohnung und dann den Welpen.

Ihr älterer Hund sollte viel Lob und Aufmerksamkeit erhalten.

Er muss spüren, dass er noch immer die Nummer eins ist, indem man ihn zuerst begrüßt, füttert, sich ihm zuwendet und mit ihm spielt.
Das ist manchmal nicht ganz einfach, aber Ihr älterer Hund darf nicht das Gefühl bekommen, er müsse mit dem Welpen konkurrieren.

Wenn Sie die Rudelordnung, die beide Hunde instinktiv verstehen bestätigen und beibehalten, machen Sie es für Jung und Alt leichter.

Später müssen Sie diesen Prozess vielleicht umkehren und dem jüngeren Tier die Spitzenposition einräumen.
Im Moment sollte sich Ihr Welpe jedoch mit dem untersten Rang in der »Hackordnung« der Hunde zufrieden geben.

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Katzen kennen lernen

Welpe mit KatzeKatzen sind sehr sensible Geschöpfe, die ihr Missfallen oder Stress auf viele Arten zeigen.

Auch Katzen, die an Hunde gewöhnt sind, sollten den Welpen kennen lernen dürfen, wann es ihnen passt, und sich wenn nötig zurückziehen können.

Video: Zusammenführung: Vergesellschaftung Katze und Hund (Welpe)

Leinen Sie Ihren Welpen bei den Begegnungen mit der Katze an, damit er nicht hinter ihr her rennt.

Die Jagd ist für ihn lohnend.
Wenn er die Katze nur einmal zur Katzentür hinausgejagt hat, wird er das immer wieder tun.

Am besten beschäftigen Sie Ihren Welpen mit einem interessanten Kauspielzeug und ermuntern ihn, sich an der Leine neben Ihnen hinzusetzen.

Sorgen Sie dafür, dass die Katze ein paar Leckerbissen an ihrem Aussichtsplatz (z. B. auf der Fensterbank) vorfindet.
Sie verbindet dann mit dem Welpen etwas Positives.
Wenn Sie die beiden Tiere ein paar Mal auf diese Weise zusammenbringen, fasst die Katze Vertrauen und man kann sie länger und intensiver mit dem Welpen bekannt machen.

Katzen und Hunde können gute Freunde werden, wenn die ersten Begegnungen vorsichtig geschehen.

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