Kastration Hund

Kastration Hund

Kastration bei Hunden

 

Soll ich meinen Hund kastrieren oder sterilisieren lassen?

Zu den wichtigsten Gesprächsthemen mit Ihrem Tierarzt gehören Vor- und Nachteile sowie der Zeitpunkt einer Kastration beziehungsweise Sterilisierung Ihres Welpen.

Die meisten Tierärzte sind der Ansicht, dass beide Geschlechter zufriedener sind, wenn man sie von ihrem Sexualtrieb befreit.

Das könnte aber auch daran liegen, dass jede Op Umsatz für den Tierarzt bedeutet.

Über den besten Zeitpunkt für diese Operationen besteht allerdings Uneinigkeit.

Sprechen Sie diesen Punkt möglichst früh an, damit Sie sich informieren und eine fundierte Entscheidung treffen können.
Bei Rüden beeinflusst eine Kastration die vom Hormon Testosteron gesteuerten Verhaltensweisen.

Ein Rüde wird durch eine Kastration aber nicht »ruhiger« (wie man oft hört).

Rüden können frühestens mit zwölf Wochen kastriert werden, was aber nicht unbedingt ratsam ist.
Hunde sollten ausgewachsen sein, der ideale Zeitpunkt liegt anscheinend zwischen dem achten Monat und einem Jahr.
Krankheiten wie Hodenkrebs oder Prostatabeschwerden treten in der Regel nicht auf, wenn die Kastration vor Erreichen des mittleren Lebensalters erfolgt.

Bei Hündinnen schützt eine Sterilisierung vor Eierstockkrebs und Pyometra, einer ernsthaften Gebärmutterinfektion, die bei älteren, nicht sterilisierten Hündinnen verbreitet ist.

Es gibt außerdem viele Anhaltspunkte dafür, dass die Sterilisierung einer Hündin im sechsten Lebensmonat (bevor sie zum ersten Mal läufig wird) das Risiko einer späteren Erkrankung an Brustkrebs entscheidend verringert.
Harninkontinenz kommt bei Hündinnen unabhängig vom Zeitpunkt der Sterilisierung vor, am häufigsten offenbar bei übergewichtigen.
Sterilisierung bzw. Kastration fuhren nicht zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme.
Eine vernünftige Ernährung und viel Sport vermeiden Fettleibigkeit und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken.

Kastration Hündin

Bei der Kastration einer Hündin nimmt man operativ die Eierstöcke lind meist auch die Gebärmutter heraus.

Da nun die entsprechenden hormonproduzierenden Drüsen fehlen, ist der Geschlechtstrieb nach einer Kastration völlig ausgeschaltet.
Das Risiko der Hündin, an Gebärmutterkrebs und an einem Gesäugetumor zu erkranken, wird durch die Kastration deutlich vermindert bzw. bei einer Kastration vor der ersten Läufigkeit praktisch
ausgeschlossen.
Andererseits kann eine so frühe Kastration ein dauerhaft kindlich kindisches Wesen der Hündin zur Folge haben, denn der Reifeprozess, der durch die Hormone ausgelöst wird, fehlt hier.
Dies muss jedoch kein Nachteil sein.
Bei einer Operation nach der ersten Läufigkeit liegt das Krebsrisikoför die Hündin bei ca. 8 %, nach der zweiten Läufigkeit bei ca. 26 %.

Eine Alternative zur operativen Verhütung stellt die medikamentöse Verhütung mittels Hormonpräparaten dar.

Diese Methode sollte allerdings nicht auf längere Zeit eingesetzt werden, denn die hormonelle Manipulation einer Hündin erhöht die Wahrscheinlichkeit einer eitrigen Gebärmutterentzündung, die in der Regel wiederum nur operativ zu behandeln ist.

Kastration Rüde

Ein Rüde ist kastriert, wenn seine beiden Hoden entfernt wurden.

Kastrierte Tiere werden in der Regel ruhiger.
Manche Hunde neigen anschließend verstärkt zu Fettansatz (Futtermenge anpassen), eventuellen Fellveränderungen oder zeigen Inkontinenz.
Während man Hündinnen hauptsächlich zur Vermeidung unerwünschten Nachwuchses kastriert, erfolgt die Kastration eines Rüden häufig bei Verhaltensauffälligkeiten.

Selbstverständlich lassen sich Verhaltensauffälligkeiten, die durch Erziehungsfehler des Halters entstanden sind, nicht durch eine Kastration korrigieren.

Manche Rüden haben, bedingt durch zu viel Testosteron, einen übersteigerten Sexualtrieb, der mit Streunen, übertriebenem Imponiergehabe und aggressivem Konkurrenzverhalten gegenüber anderen Rüden einhergeht.
Hier oder bei krankhaften Veränderungen der Geschlechtsorgane kann die Kastration eines Rüden durchaus nötig sein.
Beim Rüden wirkt die Kastration auch als vorbeugende Maßnahme gegen Prostataerkrankungen und Perinaltumore (= Zubildungen rund um den After).
Letztendlich liegt es in den Händen eines verantwortungsvollen Tierarztes, individuell zu entscheiden, ob eine Kastration angebracht ist oder nicht.

Die hier aufgezeigten Informationen sollen dir das Leben mit einem von Gesundheitsproblemen betroffenen Hund erleichtern, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht den Besuch bei einem Tierarzt

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen

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