Parvovirose

Parvovirose

Parvovirose

Diese oft fälschlich als „Katzenseuche“ bezeichnete Infektion ist erst seit einiger Zeit beim Hund bekannt und mit Recht gefürchtet.

Befallen werden Tiere jeden Alters.
Hervorgerufen wird sie von einem sehr kleinen Virus (Parvovirose vom lat. parvus = klein), das besonders widerstandsfähig ist.

Ein Großteil der gebräuchlichen Desinfektionsmittel bleibt wirkungslos.
Parvoviren benötigen unbedingt Körperzellen, die sich gerade selbst aktiv vermehren.

Diese Eigenschaft ist der Grund für die zwei verschiedenen Verlaufsformen, in denen die Krankheit auftritt.

Die relativ seltene Myokarditisform zeigt eine meist rasch verlaufende Herzmuskelentzündung und tritt vornehmlich bei Welpen im Alter von 2 bis 12 Wochen auf, während ältere Tiere überwiegend an der Enteritisform mit starkem Erbrechen und Durchfall erkranken.

Inkubationszeit:

  • bei der Myokarditisform nicht exakt zu beziffern
  • bei der Enteritisform 3 bis 14 Tage.

Symptome Myokarditisform:

  • deutliche Mattigkeit
  • gelegentlich Atembeschwerden
  • Tod häufig ohne jede vorhergehende Krankheitszeichen.

Symptome Enteritisform:

  • plötzlich einsetzendes Erbrechen von Mageninhalt
  • im weiteren Verlauf galleartig, danach von Darminhalt („Kotbrechen“)
  • sich verstärkender, teilweise blutiger Durchfall mit aus gesprochen stechendem, etwas süßlichem Geruch.
  • In der Folge deutliche Austrock nung (Exsikkose) mit stark herabgesetzter Hautelastizität.
  • hochgradige Hinfälligkeit.
  • Fieber kann, muß aber nicht auftreten.
  • Der Tod tritt infolge Kreislaufversagen durch die Exsikkose ein.

Diagnose und Therapie:

  • Tierarzt

Prophylaxe:

  • Erstimpfung der Welpen mit 8 Wochen; die unbedingt notwendige Nachimpfung darf erst im Alter von 15 Wochen (!), besser erst in der 16. Lebenswoche erfolgen.
  • Nachimpfung jährlich.
    Bei besonderer Gefährdung Gammaglobuline (z.B. Stagloban-P®) ab der 6. Lebenswoche im Ab stand von 10 bis 12 Tagen.
    Erst nach Verlassen des Zwingers erhalten die Welpen dann die zweimalige Grundimmunisierung.

Hinweise:

Da die krankhaften Veränderungen bei der Parvovirose direkt von der Beteiligung rasch sich vermehrenden Gewebes abhängen, kommt es bei der Infektion von tragenden Hündinnen in der Regel zum Absterben der Ungeborenen.

Aus diesem Grund muß die Hündin bereits in einem ausreichenden Zeitraum vor dem Belegen durchgeimpft sein.

Besteht ein größerer Zeitabstand zur letzten Impfung, sollte besser etwa in der Mitte der Trächtigkeit nachgeimpft werden um die Infektion von Welpen in den ersten Lebenswochen (Myokarditisform!) zu verhindern.

Die Desinfektion muß bei Parvovirose besonders sorgfältig durchgeführt wer den, geeignet sind nur Mittel mit Chlorverbindungen oder Formaldehyd; zur Flächendesinfektion z.B. Lysoform®, für die Hände z.B. Incidin®.

Holzteile in Zwingeranlagen mit Parvoviroseproblemen sollten besser ersetzt und unschädlich beseitigt werden, da eine ausreichende Desinfektion nicht gewährleistet ist.

Dieser Artikel wurde nach besten Wissen und Gewissen recherchiert und soll dem Hundehalter einen ersten Überblick bei Parvovirose geben.

Diese Informationen dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen

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