Eingewöhnung

Welpe schaut sich die Küche an

Eingewöhnung des Welpen in sein neues Zuhause

Der Fachausdruck für Eingewöhnung ist Habitualisierung.

Unabhängig von Rasse und Typ müssen sich alle Welpen erst mit dem Anblick, den Klängen und den Gerüchen eines Haushaltes vertraut machen.

Jeder junge Hund sollte so aufwachsen, dass er sich lange vor Erreichen des kritischen Alters (zwölf Wochen) an die Waschmaschine, den Staubsauger und alle Geräusche eines lebendigen Haushaltes gewöhnt hat.

Bis zu diesem Alter sind die Welpen sehr entdeckungsfreudig.

Sie gehen eher auf neue Reize zu, als dass sie sie meiden, und reagieren auf alles in ihrer Umgebung mit großer Neugier.

Nach zwölf Wochen jedoch reagieren sie auf ungewohnte Gegenstände und unvertraute Geräusche mit Angst und gehen nun neuen Reizen eher aus dem Weg.

Zwangsläufig muss ein Großteil dieses sozialen Trainings schon beim Züchter stattfinden.

Lange bevor Sie Ihren Welpen abholen, sollte er bereits mit einer breiten Palette häuslicher Reize vertraut sein.
Bevor er das Wurflager verlässt, muss der Welpe mit Männern, Frauen und Kindern, die sich in Aussehen, Geruch und Stimme unterscheiden, in Kontakt gekommen sein.

Er sollte daran gewöhnt sein, Fernsehen, Radio oder einen Föhn zu hören und auf unterschiedlichen Böden zu laufen.
Gras, glattem oder rutschigem Fußbodenbelag, Beton, Teppich und Erdboden.

Ideal ist es, wenn er auch die Geräusche des menschlichen Alltags kennt (Menschen, die gehen, laufen, sitzen) und z. B. schon einmal im Auto mitgefahren ist, bevor Sie ihn mit nach Hause nehmen.

Bedauerlicherweise kommen viele Welpen in diesem wichtigen Bereich ihrer Entwicklung zu kurz manche werden in einem zwar sauberen, aber dennoch engen Zwinger geboren.

Sie verpassen viel und sind später nur schwer zu resozialisieren.

Ganz gleich, wie es Ihrem Welpen ergangen ist, sobald Sie ihn einmal bei sich haben, sollten Sie keine Zeit mehr verlieren.

Selbst wenn er noch nicht ausreichend geimpft worden ist, kannst du mit ihm etwas unternehmen, damit er die
Welt kennen lernt und diese auch zu sich nach Hause einladen, damit du deinen Welpen kennen lernst!

Trage ihn herum, das ist ein Kompromiss zwischen Infektionsrisiko und Sozialisierung.

Das Zusammentreffen mit geimpften, ausgewachsenen Hunden und Welpen ist völlig ungefährlich.
Bitte also Freunde und Verwandte, dich samt deinem Welpen so bald wie möglich einzuladen!

Vertrautheit macht sicher

Der Welpe muss so oft mit Leuten, Tieren, Gegenständen und Situationen konfrontiert werden, bis er gelassen auf sie reagiert.

Wenn ein Welpe zum ersten Mal sieht, wie ein Regenschirm aufklappt, bekommt er vielleicht Angst.
Nach ein paar Dutzend Mal wird das für ihn jedoch so uninteressant, dass er es gar nicht mehr bemerkt.

Das gleiche muss mit allen erdenklichen Reizen geschehen.

Vor Ablauf der sensiblen Phase sollte dein Welpe an Kinderwagen, Fahrräder, Hüte, Spazierstöcke, Brillen, Verkehr, Waschmaschinen, Staubsauger usw. gewöhnt sein.

Überlegen Sie, welchen Tieren der Welpe in Ihrer Umgebung künftig wahrscheinlich begegnen wird.

Angenommen du lebst auf dem Land.
Wie soll er beim Anblick von Schafen reagieren?
Möchtest du, dass er sich mit ihnen anfreundet?
So zutraulich er auch sein mag der Bauer könnte das falsch verstehen!

Haushunde sollten Nutztiere wie Schafe, Enten, Hühner, Rinder und Pferde am besten schlicht ignorieren.

Das lässt sich nur dadurch erreichen, dass der Welpe sie so oft sieht, bis er sie langweilig findet auch wenn das für dich bedeuten sollte, sich im Regen mit einem guten Buch an einer Wiese mit Schafen und Rindern niederzulassen!

Hunde lernen in jeder wachen Sekunde des Tages.

Und kleine Hunde lernen besonders schnell.

Ein Welpenkurs hilft dir zwar,sich die Methoden und Kenntnisse anzueignen, mit denen du deinen Welpen von Anfang an erfolgreich trainieren aber er ist auf keinen Fall ein Ersatz für ein intensives Erleben und Erfahren der Außenwelt.

Achte auf deine Reaktionen!

Wenn dein Welpe ängstlich wird, sobald er etwas Neues sieht, hört oder berührt, dann achte darauf, dass deine Reaktion diese Angst nicht noch verstärkt, denn dies kann langfristig ein Problem verursachen.

Versuche nicht beruhigend auf den Welpen einzureden.

Schaue lieber weg, verschränke die Arme und sage nichts.
Es ist zwar verständlich, dass du ihm gerne Mut machen willst, aber das kann als Belohnung für das Verhalten und die dahinter stehende Emotion fehl gedeutet werden.

Hunde verstehen die gesprochene Sprache nicht.

Selbst ein gut gemeintes »Das ist ein lieber Hund, der tut nichts« kann als »Braver Hund, gut, dass du Angst hast!« missverstanden werden.

Damit dein Welpe die Möglichkeit hat, zu einem selbstsicheren Hund heranzuwachsen, muss er seine Angst selbst überwinden. Lobe ihn erst dann, und belohnen ihn für sein tapferes Verhalten und nicht für eine Angstreaktion.

Checkliste zur Eingewöhnung

Im Alter von zwölf Wochen muss dein Welpe vertraut sein mit

  • dem Anblick von Kinderwagen, Fahrrädern, Straßenschildern, Haustieren, Menschen mit Hüten und Regenschirmen
  • dem Geräusch von Haushaltsgeräten, Autos und Zügen
  • dem Geruch im Wartezimmer des Tierarztes, von Hundezahnpasta
  • der Berührung durch Leute wie den Tierarzt oder Kinder sowie dem gebürstet werden.