Hundelexikon – Buchstabe Q bis R

Hundelexikon

Kynologische Fachbegriffe  – Buchstabe Q bis R

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Quarantäne

Quarantäne – Zahlreiche Länder — nicht Deutschland, Österreich, Schweiz und unsere westlichen Nachbarstaaten — haben für eingeführte Hunde mehrmonatige Überwachung in Quarantänestationen (auf Kosten der Besitzer) angeordnet, um die Einschleppung ansteckender Krankheiten und Seuchen zu verhindern.

Querlage

Lage der Feten im Mutterleib, die den Geburtsgang erschwert oder gar stoppt.

Buchstabe R

Rachitis

Rachitis – Die Ursache der Mineralisationsstörung beruht entweder auf einem Mangel an Vitamin D oder auf einem Phosphormangel.
Das neugebildete Knochengewebe wird nicht mineralisiert.
Sie äußert sich in verändertem Knochenbau mit verdickten Gelenken, gebogenen Läufen, mißgestaltetem Gebiß und kann durch rohes Fleisch, rohe Milch, Eier und durch Beigaben von Kalk oder Lebertran behoben werden.
Aufenthalt in frischer Luft und Sonnenbestrahlung, insbesondere Höhensonne und Ultraviolettstrahlen, sowie vollwertiges und ausgewogenes Futter wirken vorbeugend. 

Ramsnase

Der Nasenrücken zeigt zur Nasenkuppe hin eine leichte Wölbung nach oben.

Rasse

Gruppe von Einzeltieren innerhalb einer Art mit gemeinsamen, vererblichen Eigen-schaften.
Hunderasse: Gruppe von Hunden, die sich durch den gemeinsamen Besitz bestimmter Eigenschaften und durch einheitliche äußere Erscheinung von ihren Artgenossen unterscheiden und diese Eigenschaften im allgemeinen auch auf ihre Nachkommen vererben.
Rassenausdruck körperlicher und wesensmäßiger, für eine Rasse typischer Ausdruck: Rassetyp.

Rassehund

zuchtbuchmäßig gezüchteter und in einem anerkannten Stammbuch eingetragener Hund.

Rassefehler

neben anatomischen, auch äußerliche Fehler, die für einzelne Rassen unerwünscht sind (Farbe der Augen, des Pigments, der Behaarung; Art der Behaarung, der Rutenhaltung usw.).

Rassenkunde

Lehre von der Herkunft, der Entwicklung, dem Aufbau und Wesen der Hunderassen.

Rassezuchtvereine

bestehen in Deutschland seit rund 100 Jahren und haben sich die Aufgabe gestellt, die Züchter und Freunde der Rasse zu sammeln, um gemeinsam die Zucht „ihrer“ Rasse zu fördern, sie zu ertüchtigen und vor einem Niedergang zu bewahren.
Aufgabe der Rasseclubs, die im Ursprungsland den Standard ihrer Rasse aufgestellt haben, ist es, über diese zu wachen und dafür zu wirken, daß die darin gegebenen Richtlinien auf der ganzen Welt beachtet werden.
Eine enge Fühlungnahme über die Grenzen der Länder der Welt hinweg wird diese Aufgabe fördern.

Rattenschwanz

zu dünne, zu lange und zu schwach behaarte Rute, die als fehlerhaft anzusehen ist.

Rattler

altertümliche Bezeichnung für die raubzeugscharfen Pinscher und Schnauzer (weil sie Ratten scharf verfolgen).
Raubtiere die Ordnung der Säugetiere (Carnivora).
Im engeren Sinn gehört der Canis familiaris, der Haushund, dazu.

Räude

Räude ist eine ansteckende Hauterkrankung.
Hund wird von Milben (Acarus foliculorum bzw. Sparcoptes scabiei) durch Übertragung von Hund zu Hund oder sonstige Zwischenträger befallen, wobei die Incubationszeit zwischen 2 bis 6 Wochen liegt.
Incubation=medizinischer Ausdruck für die Zeit, die zwischen erfolgter Ansteckung und auftretender Erkrankung liegt. Bekämpfung: durch Vorbeugung, d. h. Reinhaltung des Hundes, des Zwingers und der Lagerstätte.
Untersuchung auftretender Hautausschläge durch einen Tierarzt und Absperrung erkrankter Tiere, Desinfektion der von diesen benutzten Gegenstände (Hals-band, Leine, Futternapf usw.).
Behandlung: unter tierärztlicher Aufsicht durch Bäder, Einreibungen und kräftige Ernährung.

Rauflust

des Hundes kann neurotischer Natur sein, durch Oberschärfe bedingt oder durch falsche Aneiferung des Herrn gesteigert worden sein.
Energische Umerziehung des Raufboldes kann helfen.

Rauhhaar

Rauhhaar ist eine wünschenswerte Behaarungsart für Gebraudishunde, da wasserabstoßend und wärmehaltend.
Es gibt ein harsches, wie beim Griffon, ein drahtiges mit weniger Unterwolle, wie beim Dt. Drahthaar (Vorstehhund) und ein solches mit weicherer Unterwolle und einem weniger harten Deckhaar.

Reinzucht

Zielbewußte Rassehundezucht; meistens als Inzucht im weiteren Sinne.
Revier
1. Lebensraum des Hundes, das der Rüde durch ständiges Markieren kennzeichnet.
2. Revier des Jägers (Eigen-jagd oder Pachtrevier).

Richten

Beurteilen des Äußeren, des Wesens und der Leistungen der Rassehunde durch die dafür berufenen und anerkannten Richter

Richterliste

Namentliche Aufzählung der Zuchtgruppenrichter auf Ausstellungen : Allround- (für mehrere Rassen), der Spezial-(für eine Rasse), der Gruppen-(für eine Rassengruppe, z.B. Jagdhunde) und Sonder-Richter
für Formbeurteilung (Schönheits-Richter) oder Spezialrichter für das Gebrauchshundewesen.

Richterring

abgegrenzter Platz auf Ausstellungen, der nur vom Richter, dessen Schreibkraft, den Ordnern und den aufgerufenen Hundebesitzern mit deren gemeldeten Hunden betreten werden darf.
Die Hunde werden nach einer bestimmten Reihenfolge in den Ring gerufen, vorgeführt und bewertet.

Richterurteil

Es werden auf kynologischen Veranstaltungen für Formwerte die Noten Vorzüglich (V), Sehr gut (SG), Gut, Genügend und Ungenügend vergeben.
Das Urteil ist unanfechtbar.
Nur bei formalen Unrichtigkeiten kann unmittelbar nach Abschluß der Richtertätigkeit Einspruch bei der Ausstellungsleitung erhoben werden.

Riechfähigkeit

des Hundes ist dank der enormen Größe der Riechfläche der Hundenase außer-ordentlich intensiv.

Riechschleimhaut

Die Riechschleimhaut des Menschen hat eine Ausdehnung von rund 5 cm2, die des Hundes dagegen 160 cm2.
Dicke der Schleimhaut zwischen Nasen- und Siebbeinmuschel beim Menschen 0,006 cm und beim Jagdhund 0,1 cm.
Hundenase kann (nach Neuhaus) noch Mengen von 0,002 g Rindfleischpreß-Saft oder 0,005 g Hündinnenurin wahrnehmen.
Hund ist ferner in der Lage, kleinste Zeitunterschiede im Verlauf einer Duftspur festzustellen.

Riemen

lederne Hundeleine, als Fang- und Schweißriemen für den Jäger, als Führleine für den Gebrauchshundemann.

Riemenarbeit

Fährtenarbeit auf der Verbrecherspur oder der Wildfährte am langen Riemen, im Gegensatz zur Freisuche ohne Riemen.

Ringelrute

die Spitz- und Laikaartigen Hunde tragen ihre Rute aufgeringelt über den Rücken, bzw. auf eine Seite gelegt.

Risthöhe

die Widerristhöhe, also die Entfernung vom Ballengrund bis zum höchsten Punkt des oberen Randes des Schulterblattes.
Röhrenknochen dürfen grundsätzlich nicht verfüttert werden, weil sie zer-splittern und leicht Verlet-zungen verursachen können

Rosenohr

Rosenohr – Hundeohr (English Bulldog), dessen oberer Rand rückwärts und vornüber gebogen ist und dessen Rückseite so stark nach innen gefaltet ist, daß das Ohrläppchen oder das Innere der Ohrmuschel teilweise sichtbar ist.

Ruby

englische Bezeichnung für den weinroten Schlag der Toy Spaniels und der Cavalier King Charles Spaniels.

Rückbiß

 

Unterbiss

Rückbiss beim Hund

Rückbiß – Zurückstehender Unterkiefer. Die Vorderflächen der unteren Schneidezähne des Unterkiefers sind hinter den Rückseiten der oberen Schneidezähne

Rücken

obere Linie des Rumpfes, bestehend 1. aus dem Widerrist, 2. der mehr oder weniger markanten Rückendelle im Rist, 3. dem eigentlichen Rücken, 4. der anschließenden Lenden- und Nierengegend und 5. der Kruppe bis zum Rutenansatz.
Formen: lang, gerade, gewölbt, eingesenkt, stramm, straff, weich usw.
Fehler (nach den Standard-vorschriften unterschiedlich): unter anderem zu langer oder zu kurzer Rücken, Senkrücken oder ein stark gewölbter (Katzen-) oder hochgezogener (Karpfen-) Rücken.

Rückenhaar

wird zwischen Nacken und Rücken in der Widerristgegend bei Erregungszuständen oft wie eine Bürste gesträubt.

Rückenhöhe

Widerristhöhe zwischen Boden und höchstem Punkt des Widerristes.

Rückkreuzung

Bezeichnung für die Kreuzung eines Bastards, Blendlings oder Mischlings mit dem reinen Elternteil.

Rückschlag

Im Keimplasma sind Anlagen früherer Eigenschaften, die viele Generationen zurück-liegen können, erhalten.
Sie können unverhofft wieder auftreten.

Rüde

männlicher Hund. Bezeichnung wurde im Mittelalter als Sammelbegriff für große, starke Hunde gleich welchen Geschlechts angewendet, z. B. Saurüde, Hatzrüde.
Erst in neuerer Zeit nicht nur für den Haushund, sondern auch für Wolf und Fuchs gewählt.

Rüdenwahl

Dem reinrassigen Rüden kommt in der Zucht eine wesentlich höhere Bedeutung zu, weil sein Aktionsradius umfangreicher als bei einem weiblichen Tier ist.
Während eine Mutterhündin nur einer begrenzten Welpenzahl das Leben geben kann, besteht theoretisch die Möglichkeit, daß der Rüde Hunderte von Nachkommen zeugen könnte.
Darum wird von den Klubleitungen und deren Richtern stets ein besonders scharfer Maßstab in der Beurteilung der Zuchtrüden anzulegen sein.
Der Züchter darf bei der Wahl nicht nur allein auf die äußere Erscheinung des Vaterhundes oder dessen Leistung achten, sondern muß sich zu überzeugen versuchen, ob er die gewünschten Eigenschaften auch seinen Kindern weitergibt.
Zuchtausschließende Fehler sind unter anderem alle Hodenfehler.
Zu warnen ist vor Deckhunden mit Gebiß- und Wesensfehlern.

Rüdenlinie

in gerader und ununterbrochener Folge auf die väterliche Abstammung aufgebaute Zuchtlinie.

Rumpf

bestehend aus Brust, Rücken, Bauch und Beckenpartie. We-sentliche Unterschiede bei den verschiedenen Rassen.

Rute

Schwanz des Hundes; nach der Form Haken-, Knopf-, Korkzieher-, Posthorn-, Rin-gel-, Säbel-, Sichel- und Stum-melrute oder Mutzschwanz.
Nach der Behaarung Aalrute, Bürsten-, Fahnen- und Otterrute; Rattenschwanz.
Nach einzelnen Rassevorschriften kön¬nen die 20 bis 23 Schwanz-wirbel kupiert werden. Rutenhaltung (siehe auch Gebärden) wird von einigen Clubs vorgeschrieben.

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