Hundelexikon – Buchstabe G

Hundelexikon

Kynologische Fachbegriffe  – Buchstabe G

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Gang, Gangfehler und Gangwerk

Körperbau, Länge und Form der Gliedmaßen und die Muskulatur bestimmen die Bewegungen eines Tieres.
Beim Hund sind die wesentlichen Merkmale des Laufraubtieres Wolf zu erkennen.

Gebärden

Der Hund hat eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten in Stimme und Gebärden (siehe Laut).
Die Gebärden zeigen im Gesicht, in der Haltung des Kopfes, besonders der Ohren, in den Augen, in der Haltung des Rumpfes und der Rute die jeweilige Gemütsstimmung des Hundes an.
Sehr markant sind Demutgeste, Imponiergehabe, Drohstellung, Freude, Trauer und Schmerz.

Gebärmutterentzündung

Gebärmutterentzündung kommt bei Hündinnen häufig vor — vor allem im Anschluß an die Läufigkeit — durch Infektion mit Eitererregern.
Ausfluß verschiedenfarbig und stark riechend.
Schamlippen sind geschwollen.
Appetit ist gering.
Häufiges Erbrechen.
Sofort Tierarzt aufsuchen.

Gebäude

Körperbau des Hundes.

Gebiß

GebißHundegebiss Vorschaubild – Die wichtigste Waffe des Hundes bedarf sorgfältiger Pflege.
Das sich vom 5. bis 9. Monat bildende bleibende Gebiß hat 42 Zähne: je 6 Schneidezähne, je 2 Fangzähne.
Je 8 Prämolaren im Ober- und Unterkiefer werden ergänzt durch 2 Molaren oder hintere Backenzähne im Oberkiefer und 3 im Unterkiefer.
Bei den meisten Rassen wird ein korrektes Scherengebiß verlangt
Bei einigen kurzfängigen Rassen dagegen der Vorbiß, bei dem die Schneidezähne des Unterkiefers eindeutig vor denen des Oberkiefers stehen (Boxer, Bulldog).
Der Unter- oder Rückbiß zeigt ein Zurückstehen der Schneidezähne des Unterkiefers hinter der Rückseite der Schneidezähne des Oberkiefers.
Ober das umstrittene Problem der fehlenden Prämolare und deren Auswirkungen auf die Rassezucht soll an dieser Stelle den Vorschriften der Zuchtvereine nicht vorgegriffen werden.

Gebrauchszucht

Rassehundezucht in Richtung auf bestmögliche Verwendung als Jagd-, Schutz-, Polizei-, Lawinen-oder Rennhund

Geburt

1. Vorbereitung. Je nach Größe der Hündin eine Wurfkiste bereitstellen.
Mehrere Lagen Zeitungspapier hineinlegen, darüber eine Lage Sackleinwand fest anheften. D
ie Wurfkiste muß so groß sein, daß sich die Hündin darin umdrehen kann.
Ausgepolstertes Zusatzkistchen für die Aufnahme der Welpen herrichten.
Eventuell mit Heizkissen oder unter einer Höhensonne aufstellen.
Langhaarige Hündinnen am Bauch in Zitzennähe und der Scham kurz scheren.
Lose Haare mit Tuch entfernen, damit die Welpen sie beim ersten Saugen nicht verschlucken.
2. Wurfakt. Um den wahrscheinlichen Wurftag (zwi-schen dem 58. und 70. Tag) zeigt Unruhe das Herannahen an.
Die Preßwehen sind deutlich erkennbar.
Der Eintritt der Austreibungswehen zeigt sich durch ein Wölben der Schamgegend.
Die Hündin stützt sich gegen die Wände der Wurfkiste.
Dann tritt die Fruchtblase hervor.
Bei Schädellage rutscht der Fetus meist glatt ans Tageslicht.
Bei Steißlage (also a- normaler Lage) sollte die Fruchtblase vorsichtig mit steriler Gaze während der Wehen herausgezogen werden.
Nach der Geburt müßte die Hündin aus Urinstinkt mit den Zähnen die Blase zerreißen und die Nabelschnur zerbeißen.
Falls sie dabei zu nahe an den Bauchnabel kommt, sollte ihr der Welpe vorsichtig weggenommen werden. (Es ist schon vorgekommen, daß die Hündin den Nabel verletzt und schließlich das Junge gefressen hat).
Gefressen wird auch die Nachgeburt, auf deren Heraustreten zu achten ist.
Kräftiges Abschlecken befreit das Neugeborene von Blut und Fruchtwasser, massiert die Lunge und regt die Blutzirkulation an. Die Hündin tut es instinktiv.
Zwischen dem Eintreffen der einzelnen Welpen wird die Hündin — wenn auch widerstrebend — kurz ins Freie geführt und der Welpe zu seinen Geschwistern in die Welpenkiste gelegt.
Ist der Wurfakt zu Ende, gibt man der Hündin alle Jungen in die Wurfkiste (Leinenüberzug und Zeitungsunterlagen werden verbrannt), dann gönnt man der Mutter Ruhe und Stille, damit sie ihr Glück genießen kann.
Bei großen und schweren Rassen ist es sinnvoll, an beiden Seitenwänden und an der Rückwand in etwa 15 Zentimeter Höhe eine ebenso breite Leiste anzubringen.
Darunter können sich die Welpen nach der Sättigung verkriechen.
3. Menschliche Hilfe ist bei Erstgebärenden mitunter erforderlich.
Falls die Hündin die Fruchtblase nicht selbst auf reißen sollte, muß diese mit desinfizierten Händen, d. h. mit Daumen und Zeigefinger (beginnend an der Nasenspitze des Welpen) zerrissen und die Nabelschnur mit einer ebenfalls desinfizierten Schere etwa 3 cm von der Bauchwand des Welpen entfernt durchgeschnitten werden.
Man bindet vorher die Nabelschnur an dem Nabel mit Nähseide ab.
Grundsätzlich sollte ein Tierarzt vorher unterrichtet sein, damit er im Notfall zu schneller Hilfeleistung zur Stelle sein kann.

Gehör

Das menschliche Ohr nimmt den Bereich zwischen 16000 und 20000 Schwingungen pro Sekunde (Hertz) wahr.
Die oberste Hörgrenze des Hundes dagegen liegt zwischen 80000 und 100000 Schwingungen (festgestellt durch den russischen Wissenschaftler Pawlow).

Gehorsamkeitsübungen

Leinenführigkeit, laufen frei bei Fuß, setzen, ablegen, kommen, stehen, bleiben, bringen, springen, Laut geben

Gen

Erbeinheit innerhalb der Zelle; als Erbanlagefaktor die kleinste Einheit eines Chromosomen.
Die gesamten Gen-Komplexe bilden die Erbmasse

Generation

Geschlechterfolge (Groß- iltern, Eltern, Kinder).

Genetik

Erblehre. Genetisch = entvicklungsgeschichtlich.

Genotypus

Genotypus – Erbmasse oder Erbbild des Hundes. (Nicht zu verwechseln mit Phänotypus, dem äußeren Erscheinungsbild.)

Geruchssinn

Hauptsinn des Haustieres Hund ist zu erstaunlichen Leistungen fähig.

Gessäuge

Die 6—12 Milchdrüsen sind funktionell mit den Geschlechtsorganen verbunden.
Ungedeckte Hündinnen zeigen neuerdings oft Scheinträchtigkeit

Geselligkeit

Urtrieb des Hundes, der ihn befähigt, sich dem Menschen anzuschließen.

Gesicht

Vorderer Kopfteil mit Ober¬und Zwischenkieferbeinen, Nasen-, Joch-, Tränen-, Gaumen- und Fiügelbeinen, dem Pflugscharbein, den Nasenmuscheln, dem Zungenbein und Unterkiefer.
Der Hirnschädel umfaßt Gehirnkapsel und Gehörorgan

Gesichtsfeld

Der Bereich, den ein Hund überblicken kann, ohne den Kopf zu drehen.
Liegt je nach Schädelform und Lage der Augen zwischen 270° und 200°, beim Menschen etwa bei 100°

Gestromt

Gestromt – Dunklere Querstreifen auf hellerem Fell oder umgekehrt.

Gesundheit

Durch sorgfältige Pflege, richtige Ernährung und ausreichende Bewegung ist der Hund weitgehend vor Krankheit geschützt. Gebiß-, Haut- und Haarpflege sollte regelmäßig erfolgen.
Ungünstige Veränderungen im Befinden des Tieres und offensichtliche Erkrankungen sollten stets vom Tierarzt behandelt werden

Getigert

Getigert – Unregelmäßige hellere oder dunklere Flecken auf andersfarbigem Haargrundton.

Glasauge

Helles durchsichtiges Auge mit pigmentloser Regenbogenhaut.

Glatthaar

ist nicht gleich Kurzhaar.
Es hat eine Länge von 3—4 cm und liegt dem Körper glatt an.

Glaukom

Grüner Star

Grannenhaar

Grannenhaar – Längere, harsche Haare oder Haarbüschel, die über die Unterwolle und das Deckhaar herausragen.

Grauer Star

Trübung der Augenlinse aus Altersgründen.

Grüner Star

Symptome: Vorgewölbtes, vergrößertes Auge mit weiter Pupille, durch die der Netzhautgrund grün durchleuchtet. Starker Tränenfluß, erhebliche Entzündung des gesamten Auges. Ursachen: Linsentrübung oder Netzhautverkümmerungen führen zur Weitstellung der Pupille, damit mehr Licht einfallen kann. Der Abfluß des Kammerwassers wird dadurch behindert, der Augeninnendruck steigt. Weitere Glaukom Ursachen: Verletzungen, Entzündungen, Tumoren.
Behandlung: Der Tierarzt kann kurzfristig mit Mitteln, die den Augendruck senken, und mit entwässernden Medikamenten helfen. Dauerhaft wirkt nur eine Operation. Bei unheilbarem Grünem Star (Glaukom) kann es nötig sein, den Augapfel zu entfernen, um den Hund von den Schmerzen des Überdrucks zu befreien.

Größe des Hundes

Man unterscheidet 4 Gruppen:

  • Kleinst- oder Zwerghunde bis zu einer maximalen Schulterhöhe von 24 cm.
  • Kleine Hunde bis zur Schulterhöhe von 41 cm.
  • Mittelgroße Hunde bis 62 cm Schulter¬höhe.
  • Große Hunde, alle über 62 cm Schulter¬höhe.

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