Wie du deinen Hund körperlich effektiv auslasten kannst und ihr Spass dabei habt!

ein Hund eine Frau in einem Schwimmingpool

Die richtige körperliche Auslastung für deinen Hund

Der Alltag mit uns Menschen kann für einen Hund manchmal schon recht anstrengend sein. Typisches Hundeverhalten, wie Jagen von andren Tieren, lautstarkes Bewachen des Grundstücks oder Futtersuche in freier Wildbahn wird von uns nicht gern gesehen. Das kann einen Hund allerdings schon sehr frustrieren. Deswegen ist es ratsam eine Auslastung zu finden, die sich an den Bedürfnissen deines Hundes orientiert und in deinem Sinne ist. So ein gemeinsamer Spaß für Hund und Besitzer fördert außerdem die Bindung zueinander. Das wiederum kann auch die Erziehung für beide Seiten erleichtern. Es gibt Möglichkeiten deinen Vierbeiner geistig oder/ und körperlich auszulasten. Keine Frage! Wir wollen uns heute aber nur mit der rein körperlichen Ausarbeitung beschäftigen.

Auslastung immer an den Hund anpassen

So wie wir Menschen verschieden sind, so einzigartig sind auch unsere Hunde. Du solltest also immer auch verschiedene Faktoren bedenken. Das beginnt mit dem Alter und der Rasse. So ist ein ausgewachsener Schäferhund deutlich belastbarer als ein junger Dackel oder gar ein in die Jahre gekommener Neufundländer. Auch der aktuelle Gesundheitszustand oder der Wohnort bzw. die Jahreszeit können eine Rolle spielen. So ist nach einer OP oder bei Temperaturen um die 40° C von einer langen Fahrradtour dringend abzuraten.

Vorsicht Magendrehung!

Generell aber insbesondere für große Hunde gilt: füttere deinen Vierbeiner immer erst nach dem Spaziergang bzw. nach dem Sport. Mit vollem Magen kann es nicht nur passieren, dass sich dein Hund übergibt, es besteht auch die Gefahr einer Magendrehung. Dabei dreht sich der schlauchartige Magen mit dem Inhalt einmal um sich selbst und verschnürt so den Zugang sowie den Ausgang zum Darm. Das kann sich recht schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln!

Grundgehorsam unumgänglich

Damit du mit deinem treuen Begleiter eine Sportart erlernen und ausüben kannst, ist ein Grundgehorsam unabdinglich. So sollte dein Hund Kommandos wie Sitz, Bleib oder Komm her recht sicher beherrschen. Diese sind notwendig um darauf aufzubauen bzw. um Verletzungen oder Unfällen beim Sport vorzubeugen. So solltest du deinen Hund beispielsweise beim Joggen an einer Straße auch auf Zuruf zum Anhalten bringen können.

Alltägliche Spaziergänge

Der tägliche Spaziergang reicht dem ein oder anderen Hund voll aus. Er freut sich auf der Hundewiese mit Freunden toben zu dürfen, erschnüffelt neue Nachrichten oder buddelt nach Mäusen. Eine Dauerbespaßung ist weder notwendig noch sinnvoll. Damit der Alltag aber nicht so schnell grau und langweilig wird, empfiehlt es sich immer mal neue bzw. verschiedene Wege zu gehen. Das kann für Hund und Besitzer gleichermaßen spannend sein. Auch kleine Gehorsamkeitsübungen zwischendurch bereichern deinen besten Freund und verbessern seine Aufmerksamkeit gegenüber dir.

Spaziergänge mit Extras

Besonders für Hunde die leider nicht von der Leine dürfen sind Ersatzbeschäftigungen sinnvoll. Aber auch jeder andere Hund freut sich über kleine Spiele oder Überraschungen. So kannst du beispielsweise ein Leckerli oder das Lieblingsspielzeug deines Vierbeiners im Laubhaufen oder in einer hohen Wiese verstecken. Ein umgefallener Baumstamm kann zum Balancieren genutzt werden oder ihr spielt Verstecken mit euerm Liebling. Eine immer mal wieder wechselnde Umgebung ist perfekt für Wald- und Wiesenagility.

Reizangeln

Reizangeltraining ist für gewöhnlich eine Methode um verschiedene Elemente wie Gehorsam unter Ablenkung, Ausdauer, Konzentration und Kooperation des Hundes zu trainieren. Das Training mit einer Reizangel, also einem ca. 2m langem Stab und einem etwa gleich langem Seil mit Beute, bietet viele Varianten. So kann eine Reizangel auch dazu dienen deinen Hund auszupowern. Du musst dich dazu relativ wenig bewegen, während dein Vierbeiner unter vollem Körpereinsatz der Beute hinterherjagt, welche du mit der Angel wild über die Wiese bewegst.

Vorwissen zur Reizangeln für Hundeführer

Diese Beschäftigungsmöglichkeit sollte aber unbedingt kontrolliert und mit einem gewissen Hintergrundwissen passieren. So sollten Befehle zum Start, Stoppen bzw. Warten unbedingt eingebaut werden. Sonst kann es passieren, dass der Hund erst recht zum ungezügeltem Jagdverhalten erzogen wird. Generell ist ein entsprechender Kurs für den Hundeführer oder das Trainieren mit einer Fachperson empfehlenswert.

Hunderassen zum Reizangeln

Ursprünglich ist die Reiz- oder auch Bewegungsangel ein Hilfsmittel für die Jagdgebrauchshundausbildung. Sie kann aber auch zur Beschäftigung und Auslastung von Familienhunden genutzt werden. Es hängt ganz vom Trainer ab, wie er die Reizangel führt (langsam oder ruckartig schnell) bzw. wie er das Training gestaltet. Wenn die Übungen in einer ruhigen Art abgehalten werden und es nur wenige Minuten dauert, können bereits auch Welpen von 9 oder 10 Wochen damit üben bzw. spielen. Grundsätzlich gehört das Training dem Hundetyp, seinem Jagdtrieb, seinem Alter und seiner Kondition individuell angepasst. Auch Hunde können Muskelkater bekommen!

Vorsicht beim Zahnen!

Einzig beim Zahnwechsel sollte auf diese Form der Beschäftigung gänzlich verzichtet werden. Sonst verbindet der Hund eventuell die Schmerzen des Zahnens mit der Reizangel selbst. Dies sollte unbedingt vermieden werden, da es sich ja um eine freudige Unternehmung handeln soll.

Apportieren und Dummytraining

Das Apportieren kommt ursprünglich aus der Jagdhundeerziehung. Die apportierte Beute oder das Objekt der Begierde kann bspw. ein Ball, ein Stock, ein Frisbee oder eben ein Dummy (ein Jutesäckchen) sein. Dieses Objekt wird geworfen oder versteckt. Wenn der Hund das Objekt findet, aufnimmt und problemlos heimbringt spricht man von erfolgreichem Apportieren. Das Dummyspiel kann dabei zur Trainingsmethode ausgebaut werden, so dass man dann von Dummytraining spricht. Im Dummytraining oder beim Apportieren steht dir ein breites Spektrum an Aufgaben zur Verfügung, wie kleine Suchaufgaben, das Lenken des Hundes auf ein Ziel, Stoppen des Hundes auf Distanz oder auch das Ausgeben von Gegenständen. Diese kleinen Teilaufgaben lassen sich prima als Übungen in den täglichen Spaziergang einbauen. Sie fördern u.a. die Konzentration des Hundes auf dich als Trainingspartner sowie auf seine Umwelt. Die Hund-Mensch-Kommunikation wird ebenso verbessert, sowie die Ansprechbarkeit des Hunde auf größere Distanz.

Retriever – die typischen Apportierhunde

Grundsätzlich ist dies ein Sport bei dem die Rasse egal ist. Viele Hunde haben Spaß am einfachen Apportieren. Professionelle Apportier- bzw. Dummyarbeit eignet sich am besten für entsprechende Apportierhunde, sogenannten Retrievern. Diesen Hunden ist der Apportierwille bereits genetisch mitgegeben. Insgesamt gibt es sechs von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte Retrieverrassen: Chesapeake Bay Retriever, Curly Coated Retriever, Flat-coated Retriever, Golden Retriever, Labrador Retriever sowie den Nova Scotia Duck Tolling Retriever. Aber auch andere Hunderassen wie bspw. der Border Collie oder der Australien Shepard lieben dieses Spiel und sind gut dafür geeignet.

Überlastung von Hunden

Egal welchen Sport du mit deinem Vierbeiner ausüben bzw. erlernen willst, du solltest immer seinen aktuellen Gesundheitszustand im Blick haben, um ihn nicht zu überfordern. Wenn bereits Vorbelastungen gegeben sind, solltest du Rücksprache mit deinem Tierarzt halten, wie weit du deinen Hund belasten darfst. Bedenke auch, dass nicht jeder Hund freiwillig das Spiel aufgibt, was er so liebt. In solchen Situationen musst du erkennen, wann es deinem treuen Gefährten zu viel wird. Artgerechte Pausen mit Freiraum zum Schnüffeln, für Sozialkontakte oder zum Mäuse ausbuddeln sollten immer eingebaut werden. Auch Wasser sollte ebenfalls immer für deinen Hund bereitstehen.

Was passiert unter Stress

Herausforderungen aktivieren ganz natürlich das Stresssystem des Hundes, um so optimal reagieren zu können. Wenn der Körper so in Alarmstellung geht, werden alle unwichtigen Funktionen heruntergefahren. Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol lassen das Herz schneller Schlagen und aktivieren Energiereserven. Der Hund ist jetzt in Bestform und eigentlich bereit für Kampf oder Flucht. Um diesen Überschuss an Stresshormonen wieder abzubauen, braucht der Hund unbedingt Ruhephasen. Sonst kann er nicht regenerieren und das hat gesundheitliche Folgen für Organe und Gelenke. Rücken- und Gelenkschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Allergien oder Herzinfarkt sind die mittel- bis langfristigen Folgen.

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