Verdauungssystem Hund

Verdauungssystem Hund

Das Verdauungssystem des Hund

Hunde schlingen Ihre Nahrung und zermahlen sie nicht wie Pflanzenfresser.

Der Hund nimmt kleine Stücke der Nahrung mit den Schneidezähnen auf und schluckt sie ab.
Größere Teile werden mit den Reißzähnen in kleine Stücke zerlegt und abgeschluckt.
Deshalb besteht bei gierigen Fressern die Gefahr, daß sie zu große Stücke, zum Beispiel von Knochen oder Fleisch, schlucken, die dann in der Speiseröhre steckenbleiben und zum akuten Verschluß führen.

Video: Tiermedizin Verdauungskanal – einfach und verständlich erklärt

Speicheldrüsen

In die Mundhöhle münden die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen

  • Ohrspeicheldrüse
  • Unterkieferdrüse
  • Unterzungendrüse
  • Backendrüse

Die Zunge des Hundes

Hunde Zunge

Die Zunge des Hundes ist sehr beweglich

Die Zunge des Hundes ist sehr beweglich, mit scharfen Rändern und hat auf der Oberfläche kleine Papillen, zwischen denen zum Teil Geschmacksknospen liegen.
Zur Aufnahme von Flüssigkeiten nimmt die Zunge eine löffelartige Gestalt an, und der Hund schöpft das Wasser förmlich aus der Schüssel.
Während des Aufnehmens der Nahrung wird reichlich Speichel produziert, der die Brocken gleitfähig macht.
Durch die Zunge wird die Nahrung rachenwärts transportiert, dadurch wird der Schluckreflex ausgelöst, und die Nahrung gelangt durch die Speiseröhre, deren Oberfläche ebenfalls mit vielen Schleimdrüsen ausgestattet ist, in den Magen.

Die Nahrungsaufnahme wird durch das Hungerzentrum im Gehirn gesteuert.

Grafik Gehirn Hund

Hungerzentrum im Gehirn

Eine Sättigung stellt sich normalerweise ein, indem hemmende Impulse durch den gefüllten Verdauungskanal beziehungsweise bei Anfluten der Nahrungsbestandteile in die Leber ausgesendet werden und der Energiebedarf gedeckt ist.Dieser Vorgang wird jedoch stark beeinflußt durch die Schmackhaftigkeit der Nahrung.
So ist bekannt, daß der Hund gerne Fette, Proteine (Eier, Milch, Fisch, Fleisch, Leber, Käse) und süße Sachen aufnimmt.
Erwärmtes Futter oder zum Beispiel Trockenfutter, mit warmem Wasser übergossen, erhöht die Akzeptanz der Nahrung, weil die Geruchsstoffe intensiver als in kalter Nahrung wirken.
Aber auch soziale Einflüsse ändern den natürlichen Regelmechanismus.
So erhöhen Futterneid, wenn mehrere Tiere gleichzeitig gefüttert werden, oder soziales Fehlverhalten des Menschen durch Gabe von zusätzlichen Häppchen oder menschlichen Essensresten die Bereitschaft zur Futteraufnahme, obwohl der Nährstoff-und Energiebedarf des Hundes bereits gedeckt sind.

Verdauungsorgane Hund

Verdauungsorgane beim Hund

Magen

Den Magen des Hundes muß man sich wie einen Sack vorstellen, der am Eingang (Kardia) und Ausgang (Pylorus) durch einen ringförmigen Muskel verschlossen ist.
Er ist CJ-förmig, wobei sich links der Mageneingang und rechts der Magenausgang befindet.
Das Fassungsvermögen des Hundemagens variert nach der Größe des Hundes und kann 1-9 Liter betragen.

Gefahr der Magendrehung

Leider besitzt der Magen keine stabile Befestigung.
Bei stark gefülltem Magen und einer Sprungbewegung des Hundes nach unten, zum Beispiel von der Hundehütte oder beim Herumtollen mit anderen Hunden, kann es deshalb, besonders bei Hunden großer Rassen, leicht zu einem Überschlagen des Magens kommen (Magendrehung).
Dadurch werden Mageneingang und Ausgang verdreht, und es kommt zu einem Aufgasen der Nahrungsbestandteile.
Der Magen nimmt innerhalb einer halben Stunde ein mehrfaches seiner ursprünglichen Größe an.
Dieser Zustand ist lebensgefährlich und fordert sofortige Behandlung durch den Tierarzt.

Magenschleimhaut

Die Magenschleimhaut besteht aus 3 unterschiedlichen Drüsenzonen

  • Kardiadrüsen
  • Fundusdrüsen
  • Pylorusdrüsen

In diesen Drüsen werden produziert:

1. Schleimstoffe zum Schutz der Magenschleimhaut vor Selbstverdauung

2. die Magensäure (Salzsäure), die eine Reduzierung der Bakterien in der Nahrung bewirkt und das notwendige saure Milieu für die Verdauungsenzyme schafft.

3. die Verdauungsenzyme, Pepsin zur Eiweißspaltung, geringe Mengen an Kathepsin zur Eiweißspaltung und Magenlipase zur Fettverdauung.

Magensaft

Die Menge des Magensaftes hängt von der Nahrungsart und Nahrungsmenge ab.
Nach Durchmischung des Nahrungsbreies und Beginn der Eiweißverdauung gelangt der Nahrungsbrei in den Dünndarm.

Dünndarm

Beim Dünndarm unterscheidet man 3 Abschnitte:

1. den Zwölffingerdarm
2. den Leerdarm
3. den Hüftdarm

Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüse

In den Anfangsteil des Zwölffingerdarms münden die Ausführungsgänge der Leber und der Bauchspeicheldrüse.
Die Leber ist dem Zwerchfell benachbart.
Die Bauchspeicheldrüse, ein lappenförmiges Organ, liegt dem Zwölffingerdarm eng an, ihre zwei Ausführungsgänge münden ebenfalls in den Zwölffingerdarm.
Während im Magen ein saures Milieu herrscht, wird im Dünndarm zur Verdauung ein alkalisches Milieu benötigt.
Deshalb wird von der Bauchspeicheldrüse, neben den Verdauungsenzymen, Natriumkarbonat gebildet, damit die Wirkung der Enzyme im Nahrungsbrei sichergestellt ist.

Als Verdauungsenzyme produziert die Bauchspeicheldrüse:

eiweißspaltende Enzyme:

  •  Trypsin
  • Chymotrypsin
  • Elastase
  • Carboxypeptidase

ein fettspaltendes Enzym (Lipase) und ein kohlenhydratspaltendes Enzym (Amylase).

Aber auch im Darm selbst, von den Darmeigendrüsen und den Darmzellen, werden Enzyme gebildet, zur Eiweißspaltung die Peptidasen und zur Kohlenhydratspaltung die Disaccharasen.

Gallensaft

Im Dünndarm wird die Nahrung in kleinste Bestandteile zerlegt.
Eine wichtige Rolle spielt bei der Verdauung aber noch der Gallensaft.
Er wird in der Leber produziert, in der Gallenblase gespeichert und durch den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Der Gallensaft besteht aus Gallensäuren und Gallenfarbstoff.
Die Gallensäuren setzen die Oberflächenspannung des Wassers im Nahrungsbrei herab und erleichtern dadurch die Fett- und Eiweißverdauung.
Die Gallenfarbstoffe bestehen beim Hund hauptsächlich aus Bilirubin, das im Darm zu Sterkobilin umgewandelt wird und die dunkelbraune Farbe des Kotes bedingt.
Die so aufgeschlossenen Nahrungsbestandteile werden durch die Darmwand resorbiert und gelangen durch die Pfortader in die Leber.

Leber

Die Leber hat die zentrale Funktion als Stoffwechselorgan.
Sie wandelt die resorbierten Kohlenhydrate in die Speicherform Glykogen oder in Fett um, verarbeitet die anflutenden Fettsäuren und synthetisiert die resorbierten Aminosäuren zu körpereigenen Proteinen.
Zudem speichert sie Vitamine und Spurenelemente und leistet Entgiftungsfunktion für bestimmte Stoffwechselprodukte.
Aber auch Abbauvorgänge, wie der Abbau der körpereigenen Proteine zu Harnstoff und Harnsäure, finden in der Leber statt.
Die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase gespeichert und von dort in den Zwölffingerdarm abgegeben.

Insulin und Glukagon

Die Bauchspeicheldrüse hat außer ihrer Beteiligung an der Verdauung noch eine zweite wichtige Funktion.
Sie bildet in den sogenannten Langerhansschen Inseln die beiden Hormone Insulin und Glukagon.
Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Aufnahme von Glukose in die Zellen fördert und den Glykogenaufbau hemmt.
Die Insulinausschüttung wird durch den Blutzuckerspiegel geregelt.
Beim Hund beginnt bei 60-80 mg% Glukose im Blut die Insulinausschüttung.
Die Zuckerkrankheit beim Hund, Diabetes mellitus, ist verursacht durch einen Insulinmangel.
Glukagon, das zweite Hormon, ist der Gegenspieler des Insulins.
Es erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es den Glykogenabbau in der Leber fördert.

Dickdarm

Als letzter Abschnitt des Verdauungskanals folgt der Dickdarm mit seinen drei Abteilungen, dem Blinddarm, dem Grimmdarm und dem Enddarm.
Im Dickdarm befinden sich Bakterien, die Zellulose spalten können, so daß auch Rohfaser noch zu einem gewissen Teil genutzt werden kann.
Die wichtigste Funktion des Dickdarms besteht aber in der Resorption von Wasser, Mineralstoffen und Stoffen, die durch die Bakterien gebildet werden, wie etwa Vitamine, flüchtige Fettsäuren, Ammoniak und Schwefelwasserstoff.
Die nicht abgebauten Nahrungsbestandteile werden schließlich über den Enddarm ausgeschieden.

Hunde Magen

gekrümmtes, sackartiges Organ, besteht aus einer äußeren, serösen, mittleren Muskel- und inneren Schleimhaut mit den Verdauungsdrüsen.
In den einhöhligen Sackmagen können je nach Rasse 770 ccm bis 11 Liter aufgenommen werden.
Der Hund ist als Raubtier (Aas- bzw. Fleischfresser) mit kurzem Darm ausgestattet.

Die Darmlänge beträgt beim Hund im Verhältnis zur Körperlänge 1:5 bis 1:6
Beim Pflanzenfresser beträgt die Darmlänge im Verhältnis zur Körperlänge 1:10 bis 1:23

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